Porno Tipps & Facts

Porno – ein Aufklärungsvideo?

Porno – ein Aufklärungsvideo?

Im Internet gibt es viele Infos zu Sexualität – jede Menge Text, ein paar Bilder oder auch einmal comic-hafte Aufklärungsvideos. Aber Tutorials, bei denen man jemanden beim Sex beobachten kann und dann davon lernen kann, das liefert keine Aufklärungsseite. Im Porno haben die Personen ja tatsächlich Sex, oder? Dann kann man sich dort ja einfach etwas abschauen, stimmt’s?

Die Darsteller*innen haben meist tatsächlich Sex, das stimmt. Allerdings wird vieles, was vor dem Dreh gemacht wird, nicht gezeigt und es wird mit vielen Filmtricks gearbeitet. Viele werden durch Porno-Clips verunsichert, weil sie nicht wissen, was hinter so einem Dreh wirklich steckt.

Warum dir Pornos mit Infos über Sex nicht wirklich weiterhelfen können?

Comic-Quelle: Comiczeichnerin Sarah Burrini („Let’s talk about Porno“ auf www.klicksafe.de)

Die Vorbereitungen werden nicht gezeigt!

Bevor die Dreharbeiten bei einem Porno beginnen, gibt es viele Vorbereitungen, die getroffen werden müssen. Diese Vorbereitungen sind nicht ganz so spannend zum Anschauen, weshalb sie im Video einfach nicht gezeigt werden. Auch wenn sie absolut notwendig sind, damit das vor der Kamera auch so geschehen kann, wie es dann im Video gezeigt wird.

Ein Porno wird gemacht, um Geld zu machen. Das schafft man dann, wenn es gelingt, mit dem Video, Personen zu erregen. Der Clip wird nicht gemacht, um Personen etwas über Sex zu zeigen, damit sie davon lernen können. Das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach so.

Was braucht es denn eigentlich, damit Sexualität lustvoll und schön sein kann?

Der Körper ist so gemacht, dass er sich z.B. auf Vaginalverkehr, also wenn in die Scheide eingedrungen wird, vorbereitet. Die Scheide macht sich „extra lang“, in dem sich die Gebärmutter etwas zurückzieht, sie macht sich auch feucht, damit z.B. der Penis leicht hineingleiten kann und die Muskeln rund um die Scheide entspannen sich. Die Scheide braucht ein bisschen Zeit, um sich „bereit“ zu machen. Meist dauert das auch etwas länger bei der Scheide, als es braucht, bis der Penis bei den Burschen steif geworden ist. Damit der Penis also gut in die Scheide gelangen kann, helfen all die Vorbereitungen der Scheide. Würde man so schnell mit Sex beginnen, wie im Porno gezeigt, könnte das bei einigen Sexpraktiken ganz schön schief gehen. Warum?

  • Weil es zum Teil so gar nicht funktionieren würde. Ist der Penis etwa noch nicht fest genug, knickt er beim Versuch einzudringen, weg. Es kann sich auch unangenehm anfühlen, wenn die Scheide noch nicht feucht ist und aber trotzdem in sie eingedrungen wird.
  • Weil es schnell zu Verletzungen kommen könnte. Gerade auch dann, wenn nicht in die Scheide eingedrungen werden soll, sondern z.B. in den After, der ja nicht extra dafür gemacht ist, etwas aufzunehmen. Deshalb braucht es da viel Vorsicht, Zeit und Vorbereitung. In Pornoclips kann man das nicht sehen. Dort werden im Vorfeld Dehnungen durchgeführt und auch Spülungen. Erst dann wird zu drehen begonnen. Würde man Analverkehr einfach so durchführen, wie in vielen Clips gezeigt, würde sich das nicht gut anfühlen und das Verletzungsrisiko wäre groß.

Praktisch erklärt

@Filmtricks: „Bei mir kommt nicht genug Sperma.“ Superoft werden wir per WhatsApp genau das gefragt. Was steckt dahinter? In Porno-Clips wird eben mit ganz normalen Filmtricks gearbeitet. Sperma ist nicht selten künstlich und wird durch einen im Clip nicht sichtbaren Schlauch mit dem Druck herausgepumpt, den sich der Regisseur / die Regisseurin wünscht. Mit einer realen Menge, hat das meist sehr wenig zu tun. „Normal“ wären etwa 1 Teelöffel voll, in den Clips sieht es oft nach einem ganzen Viertelliter aus.
Jeder und jede will all das machen: „Wir hatten jetzt unser erstes Mal, wann muss ich jetzt Analverkehr machen?“ Was man in der Sexualität ausprobieren möchte, was man angenehm findet, das ist absolut unterschiedlich. Viele haben das Gefühl, alles, was in Porno Clips gezeigt wird, auch irgendwann einmal machen zu müssen.
Porno Clips sollen die Fantasie der Seher*innen anregen und nicht tatsächliche Sexualität zeigen. Du MUSST nie irgendwann irgendetwas machen. Ganz im Gegenteil geht es darum, dass du für dich herausfindest, was dir in der Sexualität angenehm ist, wobei und mit wem du dich wohl fühlst und das zu jedem Zeitpunkt. Das kann sich auch verändern. Vielleicht fühlst du dich mal zu Burschen, mal zu Mädchen hingezogen. Mal zu ganz Zärtlichem und mal zu etwas Wilderem. Es kann immer das stattfinden, was alle Beteiligten in einem Moment auch wollen.
Macht einer / eine, etwas, das der / die andere nicht möchte, dann ist es keine Sexualität, sondern Gewalt!